Schätze des J. Paul Getty Museum

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Zehn Faksimile-Blätter aus der renommierten Handschriftensammlung des J. Paul Getty Museums geben einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der mittelalterlichen Buchmalerei.

Verkündigung. Miniatur aus einem Psalter, Ms. 4
Verkündigung. Miniatur aus einem Psalter, Ms. 4

Ein Repräsentativer Überblick Über Die Buchmalerei

Das J. Paul Getty Museum – Alte Bilder aus der Neuen Welt

Auch wenn J. Paul Getty (1892–1976) ursprünglich für seine Kunstsammlung nur Kunst der Antike und europäische Gemälde Alter Meister sammelte, gehört heute die Sammlung illuminierter und reich illustrierter Handschriften des Getty Museums in Los Angeles zu den wichtigsten ihrer Art in den Vereinigten Staaten von Amerika und zu den bedeutendsten der Welt. Nicht die Anzahl der mittelalterlichen Handschriften ist dafür ausschlaggebend, sondern die exquisite Qualität der ausschließlich reich bebilderten Codices abendländischer Provenienz. Diese Bilderhandschriften vertreten entscheidend die Kunst des Mittelalters in einem verhältnismäßig jungen Museum, das aber zu den wichtigsten Museen der Welt zählt.

Die Sammlung Ludwig

Kern der großartigen Bibliothek des Getty Museums sind 144 Bilderhandschriften, die das Museum 1983 von dem Aachener Ehepaar Peter und Irene Ludwig erworben hat. Zum Aufbau dieser in Deutschland entstandenen Sammlung hatte das Industriellen-Paar den bedeutendsten Buchhändler und Handschriften-Antiquar des 20. Jahrhunderts, H. P. Kraus, gewonnen, der seit 1939 in New York ansässig war, und der auch der Pierpont Morgan Library zu vielen ihrer wichtigsten Schätze, wie etwa dem Stundenbuch der Katharina von Kleve, verholfen hatte.

Der heilige Matthäus am Schreibpult. Evangeliar, Ms. Ludwig II 3, Fol. 9v
Der heilige Matthäus am Schreibpult. Evangeliar, Ms. Ludwig II 3, Fol. 9v

Europäische Kunst- und Kulturgeschichte

Die Handschriftensammlung des Getty Museums zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen wirklich repräsentativen Überblick über die Geschichte der europäischen Buchmalerei und damit der mittelalterlichen Kunst überhaupt, vom frühen Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert, ermöglicht. Das gilt auch für die Buchformen und -typen, die alle in dieser Sammlung mit herausragenden Exponenten vertreten sind, und über die kunst- und buchgeschichtliche Bedeutung hinaus auch das Bild der geistesgeschichtlichen Entwicklung Europas im Mittelalter verdeutlichen.

Eine einmalige limitierte Faksimile-Kassette

Die auf 1995 Exemplare limitierte Faksimile-Kassette Schätze des J. Paul Getty Museums, Los Angeles wird dieser Sammlung in vollem Umfang gerecht und stellt in der Reihe Große Bibliotheken der Welt nicht nur die Bilderhandschriften des Getty Museums in originalgetreuen Faksimile-Tafeln vor, sondern bietet gleichzeitig einen beeindruckenden Überblick über die Entwicklung der Buchkunst im Mittelalter. Die schönsten Blätter aus deutschen, französischen, italienischen und flämischen Codices machen dies möglich.

Mit zehn meisterhaften, unter Passepartout präsentierten Faksimiles kehren nach mehr als einem Vierteljahrhundert auch einige herausragende Meisterwerke der Sammlung Ludwig nach Deutschland zurück. Für die Illuminierung aller Faksimile-Blätter dieser Kassette fand, wie bei den Originalen, Echtgold Verwendung.

Die Berufung des heiligen Petrus und Andreas. Initiale D: heiliger Andreas. Initiale Q: heiliger Petrus. Missale, Ms. 34, Fol. 172a
Die Berufung des heiligen Petrus und Andreas. Initiale D: heiliger Andreas. Initiale Q: heiliger Petrus. Missale, Ms. 34, Fol. 172a

Die Motive:

Die Frauen am Grab
Sakramentar, Ms. Ludwig V 2, fol. 19v
Ottonisch, Mainz oder Fulda, ca. 1025–1050

Der hl. Matthäus am Schreibpult
Evangeliar, Ms. Ludwig II 3, fol. 9v
Deutsch, Helmarshausen, ca. 1120–1140

Die Erschaffung der Welt
Stammheimer Missale, Ms. 64, fol. 10v
Deutsch, Benediktinerabtei von Sankt-Michael, Hildesheim, ca. 1170–1180

Verkündigung
Miniatur aus einem Psalter, Ms. 4, Einzelblatt 1
Deutsch, Würzburg, ca. 1240

Initiale C: David beim Glockenspiel
Meister des Ingeborg-Psalters
Psalter, Ms. 66, fol. 105v
Französisch, wahrscheinlich Noyon, nach 1205

Zwei Fischer auf einem Seeungeheuer
Bestiarium, Ms. Ludwig XV 3, fol. 89v
Franko-Flämisch, Thérouanne?, ca. 1270

Die Berufung der hll. Petrus und Andreas; Initiale D: Hl. Andreas; Initiale Q: Hl. Petrus
Meister der Brüsseler Initialen
Missale, Ms. 34, fol. 172a
Italien, Bologna, 1389–1404

Der hl. Michael besiegt Dämonen
Lieven van Lathem, Buchmaler; Nicolas Spierinc, Schreiber
Gebetbuch Karls des Kühnen, Ms. 37, fol. 15v
Flämisch, Gent oder Antwerpen, 1469 und ca. 1471

Die Mäßigen und die Unmäßigen
Meister des Dresdner Gebetbuchs
Fragment der »Faits et dits mémorables des romains«,
Übersetzung des Simon de Hesdin und Nicolas Gonesse nach Valerius Maximus, »Facta et dicta memorabilia«,
Ms. 43 Flämisch, Brügge, ca. 1475–1480

Bathseba im Bade
Jean Bourdichon
Miniatur aus dem Stundenbuch Ludwigs XII., Ms.79
Französisch, Tours, 1498–1499

Initiale C: David beim Glockenspiel. Psalter, Ms. 66, Fol. 105v
Initiale C: David beim Glockenspiel. Psalter, Ms. 66, Fol. 105v